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Hannah - Study Nelson Neuseeland Blog

16.07.2012: Alltag in Wellington

Hannah FuhrmanneckDie letzten warmen, sonnigen Tage sind jetzt schon etwas länger her. Aber mit meiner Gastfamilie war ich einen Tag auf Somes Island. Ein kleine Insel die vor Wellington liegt. Wir sind morgens mit der Fähre rüber gefahren und nach einer kurzen Quarantäne Zeit und einer kleinen Einweisung durften wir dann die Insel erkunden. Auf Somes Island leben nur wenige zum Teil vom Aussterben bedrohte Tiere.  Wie zum Beispiel der „Dinosaurier“ Tuatarara, der eine uralte Brücken-Echse ist.

daytripEinen Tag war es auch nochmal so warm, dass wir am Strand picknicken konnten in Days Bay. Und auch an anderen Tagen sind wir nach Petone gefahren um Fish und Chips zu essen und am Strand spazieren zu gehen und anschließend meine Gasttante und Onkel besuchen zu gehen.

Gestern Nacht hatten wir ein Erdbeben. Es ging für etwa 2 Minuten und ich hatte schon Angst, es würde gar nicht mehr aufhören. Ich war gegen meine Wand gelehnt und habe es kommen gespürt und irgendwann habe ich mich dann unter die Tür gestellt:/ .

In der zweiten Woche vom letzten Term bin ich mit Marlene, einer anderen deutschen Austauschschülerin, in Lyall Bay gewesen und wir haben ein paar Surfstunden genommen. Das Wetter hat zwar nicht so mitgespielt, aber es hat trotzdem viel Spaß gemacht und da wir sowieso im Wasser waren hat der Regen auch nichts ausgemacht. Aber als dann ein Sturm aufzog und das Meer zu stürmisch und gefährlich wurde, mussten wir den Unterricht abbrechen. Das kam uns auch sehr gelegen, denn Surfen fanden wir doch ganz schön anstrengend und wir waren ziemlich ausgepowert.
Außerdem habe ich mit Fahrstunden angefangen, nachdem ich in den Sommerferien ja schon meine Learners License bestanden hatte. Seit April habe ich eine Stunde pro Woche Fahrstunde mit einer Fahrlehrerin und am Wochenende gehen meine Gasteltern mit mir Fahren üben.

Im Term 2 habe ich dann mit Rugby spielen angefangen. Es hat eigentlich nicht lange gedauert, bis ich den Dreh raus hatte und ich durfte auch gleich schon im erstem Spiel mitmachen und jetzt spiele ich sogar beide Halbzeiten durch. In letzter Zeit komme ich allerdings immer komplett schlammig nach Hause nach den Trainings oder Spielen, da es eigentlich jeden Tag regnet und alle Spielfelder einzige Schlammgruben sind. Es macht trotzdem viel Spaß und ich fühle mich wie ein kleines Kind, das im Schlamm spielen darf. :D
Judo mache ich auch noch weiter und da bin ich auch langsam wieder in Form gekommen und bin eine der Besten im Verein. Auf Wettkämpfen war ich selber aber noch nicht nur zum Zugucken und Anfeuern einmal.

scienceUnter der Woche mache ich nicht mehr viel, da ich viele Projekte für die Schule ausführen und schreiben muss, die mit deutschen Hausarbeiten zu vergleichen sind. Für Chemie zum Beispiel hatte wir ein Projekt in der Schule, wo ich das Verhalten von Vitamin C in verschieden Temperaturen untersucht habe und auch Buchführen musste über alles was ich gemacht habe und meine Rechnungen und so weiter. Am Ende musste ich dann meine Ergebnisse in Graphen und Tabellen darstellen und ein sauberes Protokoll auf Grundlage meiner Aufzeichnungen schreiben. Das war alles zwar mega anstrengend und hat mich ganz schön viel Zeit gekostet, aber es hat auch Spaß gemacht. Manchmal habe ich mich wie eine Wissenschaftlerin gefühlt, die dabei ist etwas hoch Wichtiges heraus zu finden. :P So etwas Ähnliches musste ich über die Ferien auch noch für Physik machen.

Ende Mai musste ich mich dann von Marlene verabschieden. Sie kam mit mir zur gleichen Zeit ans Upper Hutt Colllege und wir haben so ziemlich alle unsere Erfahrungen hier zusammen gemacht. Und sie wohl die beste Freundin, die ich je gefunden habe. Ich vermisse sie doch sehr. Es ist mit der Zeit unsere Gewohnheit geworden, Freitagabends zu den Spielen der 1st XI Hockey Mannschaft zu gehen. Für sie, um ihren Gastbruder zu unterstützen, und für mich, um  meinen Freund, mit dem ich seit Ende März zusammen bin und natürlich für das ganze Team. Außerdem sind wir öfters mal die 6 Kilometer bis nach Upper Hutt gelaufen, haben uns dort was zum Essen geholt und sind wieder zurück gelaufen. Dabei hatten wir dann immer die besten Girls-talks oder wie wir sie genannt haben unsere German-talks.
An dem Wochenende bevor Marlene wieder nach Hause geflogen ist, haben zwei Leute für sie eine Abschiedsparty geschmissen und wir hatten alle nochmal eine gute Zeit zusammen. Am Flughafen war es dann sehr emotional und tränenreich.
Marlene ist mitten im Term nach Hause geflogen und danach wurde Schule dann auch richtig stressig und die Zeit verging total schnell bis zu den Ferien.

Mit drei anderen Mädchen war ich für ein paar Wochen Haarmodel für Weltec, was so etwas wie eine Berufsschule in Deutschland ist. Zum Glück haben sie uns aber keine komischen Frisuren geschnitten oder unsere Haare in verrückten Farben gefärbt.
Jeden Donnerstag hatte ich Rugbyspiele und die Saison geht auch noch in Term 3 weiter.

sunsetUnd man kann auch spüren, dass es Winter ist - es ist viel kälter und windiger. Aber die Morgende sind immer unbeschreiblich schön. Ich laufe morgens immer zur Schule, wenn es nicht gerade aus Eimern schüttet, und auf dem Schulweg laufe ich der aufgehenden Sonne entgegen. Die Sonne geht im Winter über einem Hügel auf und färbt die Wolken darüber immer rot, dass man denken könnte, dass es der Anfang der Hölle ist, aber dabei sieht es göttlich schön aus.

Schnell kam dann auch der letzte Schultag für Term 2 und mehr Austauschschüler-Freunde mussten verabschiedet werden. Am Wochenende davor hatten wir wieder eine Abschiedsparty und Abschiedsbowlen. Und Freitag ging es dann wieder zum Flughafen um tschüss zu sagen. Langsam kann ich Flughäfen nicht mehr sehen.

farewellDas Gute daran, dass ich 18 Monate hier verbringe, ist, dass ich so viel Zeit hier verbringen darf und mich nicht nur einlebe, sondern auch wirklich in dem neuen Leben lebe. Aber ich sehe auch immer wieder, wie schwer es anderen fällt, wieder nach Hause zu fliegen und es erinnert mich auch immer wieder daran, dass ich auch irgendwann wieder nach Hause muss. Und dieses Irgendwann ist beängstigend nah gekommen im Vergleich zu der Zeit, die ich am Anfang hatte. 5 Monate nur noch. Ich weiß für einige hört sich das lang an, aber die Zeit vergeht so schnell! Ich bin schon ein komplettes Jahr hier und es fühlt sich einfach gar nicht so an. Sogar meine Gasteltern sagen, dass sie gar nicht glauben können, wie schnell die Zeit vergangen ist. Anscheinend treibe ich sie nicht in den Wahnsinn und sie genießen es auch, mich hier zu haben. ;)

30.03.2012: Hannah startet ins neue Schuljahr

Über die Sommerferien habe ich große Fortschritte mit der Sprache und auch in meiner Persönlichkeit gemacht. Es ist ein komisches Gefühl, wenn man auf einmal die Veränderungen an sich selbst bemerkt, von denen andere immer sprechen, die auch im Ausland waren.

Der Urlaub mit meiner Gastfamilie war toll. Wir sind auf einen Roadtrip nach Taupo, Rotorua, Waihi Beach und anderen kleinen Orten auf der Nordinsel gewesen. Wir haben den Hot Water Beach besucht, wo man mit einem Spaten eine Kuhle in den Sand graben kann und sie füllt sich dann langsam mit heißem Wasser. In Taupo waren wir auch in einer Flussmündung schwimmen, die heiß war und man musste sich erst mal an die warme Wassertemperatur gewöhnen. In Waihi Beach war der Strand einfach wunderschön und man konnte für Stunden in eine Richtung laufen. Dass wir die ganze Zeit fantastisches Wetter hatten, hat es dann natürlich noch besser gemacht.

Mud PoolNoch in den Ferien habe ich mich schon mit den „neuen“ deutschen Austauschschülern getroffen und wir sind mit einem Vierer-Fahrrad in Wellington an der Waterfront herum gefahren. Am ersten Schultag habe ich sie dann auch so ein bisschen unterstützt. Das war ein ungewöhnliches Gefühl, da ich normalerweise diejenige war, die immer etwas planlos herum gefragt hat und oft in der Situation war, dass ich Hilfe von anderen brauchte.

Kurz nachdem wir zurück waren, hat die Schule auch schon wieder angefangen. Der erste Tag war „Cours Confirmation Day“ wo wir mit unseren neuen Lehrern sprechen konnten, um zu den Fächern, die wir gewählt hatten, zugelassen zu werden.
Mit dem neuen Jahr hat dann das stressige Schulleben für mich angefangen. Obwohl ich das Einverständnis von all meinen Lehrern für die Fächerzulassung bekommen hatte, sah mein Stundenplan komplett anders aus. Nach drei Tagen voll Beschwerden an der Schule, die nichts gebracht haben, habe ich mich an Study Nelson gewendet, die zum Glück das Problem regeln konnten. Allerdings musste ich dann Chemie wählen, was ich in dem Halbjahr davor nicht hatte und mir einige Schwierigkeiten bereitet hat. Da habe ich realisiert, wie viel man in einem halben Jahr vergisst. Aber ich glaube, nachdem ich dort meine erste Arbeit versemmelt habe, habe ich jetzt verstanden wie es mit dem Schulsystem hier so läuft.

Da ich jetzt ein Year 13 Student bin habe ich das Mufti-Privileg, was bedeutet, dass ich keine Schuluniform mehr tragen muss. Da ich auch dieses Jahr 6-7 Fächer habe, habe ich nur eine Study Period anstatt 5 wie fast alle anderen, was alles ein bisschen stressiger macht. Assignments müssen pünktlich eingereicht werden, für Arbeiten muss gelernt werden und dann kommen After School Activities noch hinten dran an den normalen Schultag. Der Schulalltag unterscheidet sich jetzt eigentlich nicht mehr groß von einer deutschen Schule in der Oberstufe.

Ich habe auch endlich wieder mit Judo angefangen. Was hier Sportvereine angeht, da habe ich auch noch was dazu gelernt. In dem Judo Verein, in dem ich jetzt bin, sind um die 50 Mitglieder und das ist schon ein größerer Verein in der Wellington Region und das Dojo ist eine Wellblechhalle. Meine Gastmutter lässt mich auch nicht mit dem Bus zum Training fahren, weil sie Angst um mich hat. Um ehrlich zu sein, ich würde mich auch nicht wohl fühle, wenn ich dort alleine durch die Straßen laufen müsste und das passiert nicht sehr oft.

Im Moment haben wir „ Upper Hutt College“ Week und dafür haben wir seit drei Wochen einen Tanz einstudiert, den wir am Freitag beim „drag off“ aufführen werden. Beim drag off wird das Musikstück mit vertauschten Rollen vorgetragen, also Mädchen verkleiden sich als Players und die Jungs ziehen sich Kleider und Röcke an, was alles ganz lustig ist. Das ganze gehört zu den „House competitions“.

Athletics DayAnfang des Jahres hatten wir auch „atlethics day“, wofür wir uns in unserer Hausfarbe verkleiden mussten und dann sind den ganzen Tag Leichtathletik Wettbewerbe auf dem großen Sportfeld des Colleges gehalten worden.

Ich habe mittlerweile acht Monate hier in Neuseeland, dem Land meiner Träume, habe viele coole Sachen unternommen, viel Neues miterlebt und viele neue Freunde gefunden. In der ersten Zeit war alles neu und aufregend und mit der Zeit habe ich mich eingelebt. Nach vier Monaten habe ich alles akzeptiert, vermisse die Auswahl im Supermarkt gar nicht mehr und all die komischen Dinge, über die man sich nie Gedanken machen würde. Trotzdem ist alles immer noch spannender als zu Hause und ich war immer schon ein bisschen traurig, wenn ich darüber nachgedacht habe, wie schnell ein halbes Jahr vorüber ging und wie schnell dann auch das andere Jahr vorüber gehen würde.

sunsetJetzt bin ich an dem Punkt, wo es wirklich wie mein normales Leben ist und ich nie etwas anderes gemacht hätte und nie vom anderen Ende der Welt gekommen wäre. Jetzt fange ich doch an, mich zu fragen, was die Leute zu Hause machen und wie mein Leben dort jetzt wäre. Das bedeutet nicht, dass ich Heimweh habe, ganz und gar nicht. Aber auf ein mal fühlen sich die nächsten neun Monate, die hier noch vor mir liegen, lang an und ich habe begriffen, wie lange ich meine Familie und Freunde wirklich nicht sehe. Ich bereue es allerdings nicht, dass ich mich dazu entschieden habe für 18 Monate her zu kommen. Ich denke, man lernt in dieser Zeit noch mehr über sich selbst und Prinzipien im Leben. Denn ich denke nicht, dass ich diese Realisation bekommen hätte, wenn ich wüsste, dass ich bald wieder nach Hause müsste und schon wieder in meiner Abschiedsphase wäre.

 

 

16.01.: Ein Bungysprung und Weihnachten im Sommer

Schon wieder ist ein Monat so dahin geflossen und es dauert nicht mehr lange, bis die Schule wieder anfängt. Um ehrlich zu sein hätte ich niemals gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber diese Ferien sind echt zu lang. Ich fühle mich, als würde ich schon langsam verblöden. Aber natürlich wäre es auch nicht schön, das ganze gute Wetter in einem Klassenraum zu vergeuden.

Ende November ging es für mich auf die Südinsel. Ich habe die Southern Discovery Tour von Study Nelson mitgemacht. Die Tour ging leider nur eine Woche und war deswegen viel zu schnell wieder vorüber.
Gestartet sind wir in Christchurch, daher hieß es für mich und drei andere Schüler erst mal Sonntagmorgen in Wellington ins Flugzeug und rüber auf die andere Insel. Mittags haben wir uns mit der ganzen Gruppe am Flughafen getroffen und haben uns eigentlich gleich auf den Weg nach Dunedin gemacht, da in Christchurch nach den großen Erdbeben immer noch vieles zerstört ist. Auch am Flughafen wurde noch gebaut. Auf dem Weg nach Dunedin haben wir an einem Strand mit kugelrunden Felsen Halt gemacht.
In Dunedin sind wir eine Nacht geblieben. Nach dem gemeinsamen Abendessen konnten wir in die Stadt und uns ein bisschen umschauen. Ich bin mit meinen drei Freunden unter anderem zur Kathedrale gelaufen. Um 10 Uhr sollten wir wieder am Hostel sein, was wir nicht mitbekommen hatten und daher kamen wir gleich am ersten Abend zu spät zurück.
Mit der ganzen Gruppe haben wir uns Videos der Extremsportarten angeschaut, die wir schon gebucht hatten oder auch noch buchen konnten. Nachts saßen die meisten von uns zusammen haben gequatscht und man hat sich kennen gelernt. Unsere Gruppe bestand aus Schülern aus Thailand, Japan, Italien, einem Kiwi und 14 deutschen Austauschschülern. So kam es, dass wir gleich drei Schüler mit dem Namen Alex hatten, zum Glück aber alle mit unterschiedlicher Nationalität. Also haben wir sie kurzer Hand „Kiwi-Alex“, „Italian-Alex“ und „ German-Alex“ getauft. Obwohl die Deutschen die Mehrheit bildeten haben wir größtenteils Englisch gesprochen, um den Schülern gegenüber höflich zu sein, die nicht deutsch sprechen.

Am nächsten Morgen sind wir nach Queenstown aufgebrochen und durch weitere kleine interessante Städte wie Alexandra, eine Stadt in der alle Häuser aus gelbem Sandstein gebaut sind, gefahren.
In Queenstown sind wir für drei Nächte geblieben. Am ersten Tag haben wir eine Rundfahrt gemacht, um erst mal einen Überblick bekommen. Wir haben Plätze besichtigt, wie die Bungyjump-Brücke, von der der erste Jump der Welt statt gefunden hat, und haben dort ein paar Todesmutige beim Springen beobachtet. Außerdem sind wir die steilste Straße der Welt hochgelaufen.
Abends sind wir mit der „Skyline Godola“ den Berg hochgefahren und haben uns eine Haka-Show angesehen. Die Mädchen haben sich an den Poipois versucht und die Jungen haben einen Haka gelernt.

Haka NightDanach hatten wir noch etwas Zeit und wir sind raus auf den Balkon gegangen, von wo aus man einen fantastischen Ausblick über ganz Queenstown und die Berge hatte, die durch „Herr der Ringe“ so berühmt sind. Nachdem alle Hunderte von Fotos geschossen hatten, sind wir in ein All-you-can-eat Restaurant gegangen, das komplett verglast war, so dass man auch beim Essen noch weiter die Aussicht genießen konnte. Wir konnten uns von einem Riesenbuffet bedienen und das Essen war so gut, dass alle reichlich gegessen hatten und die Hälfte von uns mehr zum Hotel zurück gerollt als gelaufen ist. Was angesichts der Tatsache, dass wir am nächsten Morgen unsere Extremaktivitäten hatten, vielleicht nicht das Schlauste war.
Morgens hieß es also für die meisten von uns früh aufstehen, um die Busse zu erwischen, die uns zu den Aktivitäten gebracht haben. Wir konnten Bungyjumpen, einen Canyon Swing machen, Wildwater Raften, Skydiven, Shotover Jet fahren oder reiten. Ich hatte mich für den Kawarau Bridge Bungy entschieden, wo man von der Brücke springt, wo Bungyspringen erfunden wurde. Es sind zwar nur 43 Meter freier Fall, was mir aber für‘s erste hoch genug war. Da Kiwi-Alex denselben Bungy gebucht hat, bin ich morgens zusammen mit ihm in den Bus gestiegen - und langsam habe ich weiche Knie bekommen. Als wir an der Brücke angekommen sind, wurden wir gewogen und haben unsere Sachen abgegeben. Dann ging auch schon auf die Plattform.

Kawerau BungyWir konnten vorher aussuchen, ob wir den Fluss berühren wollen oder sogar eintauchen wollen. Nachdem ich ein paar Sprünge beobachtet hatte, habe ich mich dazu entschlossen, das Wasser nur zu berühren. Also habe ich Alex mein Kamera zum Filmen in die Hand gedrückt, habe mir die Gurte anlegen lassen und dann hieß es  „5,4,3,2,...1, jump!“ - einen Wimpernschlag später flog ich dem Fluss entgegen. Ich kann nur sagen, so beängstigend es ist und so viel Überwindung es dich kosten mag, kopfüber von der Brücke zu springen, das ist es wert. Der Freifall kopfüber ist einfach ein berauschendes Gefühl und ich finde, dass ein Bungyjump einfach zu einer Neuseeland Experience dazugehört!
Am Ende haben wir ein T-Shirt als Beweis bekommen und ich habe mir auch die Fotos von meinem Jump gekauft.

Den Nachmittag haben wir bei bombastischen Wetter und mit Neuseelands besten und größten Burgern am Strand verbracht, und auf die Schüler gewartet haben, die noch nicht von ihren Aktivitäten zurück waren.
Abends haben einige von uns mit David, unserem Tourguide, das Essen gekocht. Nach dem Essen sind wir in die „minus 5° bar“ gegangen. In der Bar waren es, wie der Name schon sagt, so um die
-5°C kalt und wir haben alle dicke Mäntel und Handschuhe zur Verfügung gestellt bekommen. Die eigentliche Bar ist ein Raum, in dem alles aus Eis ist, auch die Gläser. Im Preis für uns enthalten war auch ein Cocktail – natürlich alkoholfrei.
Danach hatten wir Freizeit, aber am Ende sind wir alle im Videoraum geendet, wo wir unsere Videos der Canyon Swings, Bungyjumps und Skydives angeschaut haben.
Am nächsten Tag sind wir zum Milford Sound gefahren, wo wir mit gefühlt 2000 Japaner mit riesigen Kameras auf einem Schiff unterwegs waren. Ja, sie fotografieren wirklich alles und jeden - wie im Film. :D
Die Landschaft ist atemberaubend. Sie besteht eigentlich nur aus Bergen. Ich glaube nicht, dass ich jemals etwas so schönes und beeindruckendes gesehen habe. Ich hege die Vermutung, dass das dies der Drehort für King Kong war, da die Landschaft im Film dem Milford Sound sehr ähnelt.
Auf dem Rückweg zum Hafen sind wir durch einen der großen Wasserfälle gefahren. Das wollte ich schon immer mal machen.

WaterfallAuf der Rückfahrt nach Queenstown sind wir an unzähligen Bergen vorbeigekommen, von denen in kleinen Rinnsalen Gletscherwasser herunter lief.
Dann kam auch schon unsere letzte Nacht in Queenstown und am nächsten Morgen sind wir zu unserem letzten Ziel „Lake Tekapo“ aufgebrochen. Auf dem Weg dorthin haben wir wieder unzählige schöne Orte gesehen. Angehalten haben wir an einem himmelblauen Gletschersee, mit einer klitzekleinen süßen Kirche.
Da das Wetter an allen Tagen sehr gut und heiß war, haben wir uns eine Abkühlung gegönnt.
Dank des guten Wetters konnten wir auch am letzten Tag draußen essen.
Unsere letzte Attraktion waren die Hot Water Pools.
Zum Abschluss der Tour hat unsere Gruppe dann noch einen Wettbewerb gestartet, wer die schönste Pavlova zum Thema Neuseeland dekoriert.
Als hätten es die Götter in der letzten Nacht sehr gut gemeint, hatten wir einen sternenklaren Himmel, so dass wir nachts noch am Strand Sterne geguckt haben.

Am nächsten Morgen sind wir alle müde unsere letzte gemeinsame Busfahrt angetreten. Es ging zurück nach Christchurch zum Flughafen, wo wir zusammen auf unsere Flüge gewartet haben.

Da wir an so vielen Orten waren, wo die „Herr der Ringe“-Filme gedreht wurden, ich aber noch keinen einzigen gesehen hatte, war es ein Muss mir die ganze Trilogie anzuschauen. Gleich nach meiner Rückkehr von der Tour zeigte meine Freundin mir alle drei Filme in einer Nacht.

Auch in der darauf folgenden Woche hieß es wie schon gegen Ende der Tour, die letzten gemeinsamen Momente zu genießen und Abschied zu nehmen. Eine Austauschschülerin aus der USA ist wieder nach Hause geflogen. Sie ist auf dasselbe College gegangen wie ich und wir haben uns in den letzten 4,5 Monaten angefreundet. Natürlich bin ich auch mit zum Flughafen, um die gemeinsame Zeit bis zum letzten Moment zu nutzen.

Dann ging es auch schon auf Weihnachten zu. Mit einer anderen deutschen Austauschschülerin habe ich in roten Bikinis und Weihnachtsmützen am Strand Bilder für meine Weihnachtskarten gemacht. Mit meiner Gastfamilie habe ich den Weihnachtsbaum aufgestellt, der dieses Jahr leider ein Plastikbaum ist. Wir haben einen neuseeländischen Christmas cake und deutsche Weihnachtsplätzchen gebacken. Die letzten Tage vor Weihnachten habe ich bei bestem Wetter mit  Weihnachtsshopping und meinen Freunden am Fluss verbracht.

Ginger Bread HouseAm 24.12. haben wir mit der ganzen Familie ein großes Lebkuchen-Haus gebaut, was gar nicht so einfach war, da der Zuckerguss bei 32° einfach nicht trocknen wollte. Außerdem habe ich ein italienisches Tiramisu gemacht für das Christmas Lunch.
Um 9 Uhr bin ich mit meiner Gastmutter in die Kirche gegangen da die männlichen Wesen des Hauses nicht so wirklich für Kirche zu begeistern waren. Bis 12 Uhr sind wir alle noch ein bisschen übermütig zu Weihnachtsmusik herumgetanzt.
Am 25. hieß es früh aufstehen, um die Geschenke auszupacken. Danach hat meine Gastfamilie mit meiner Familie in Deutschland geskypt. Obwohl 12 Stunden Zeitunterschied zwischen uns lagen, waren sie auch gerade mit ihrer Bescherung fertig.
Nach einem deftigen Frühstück haben wir uns alle fertig gemacht, haben bei 28° und strahlendem Sonnenschein die Verwandten abgeklappert und sind zum Christmas Lunch zum Bruder meiner Gastmutter gefahren. Von dessen Haus hat man eine gute Aussicht über ganz Wellington.
Um 5 Uhr sind wir alle zu anderen Verwandten gefahren und ich habe bei einer großen etwas rustikalen Weihnachtsfeier die Maoriseite der Familie kennen gelernt, die mich sehr freundlich auf ihre eigene Weise aufgenommen hat.
Am zweiten Weihnachtsfeiertag haben wir das Grab der Mutter meiner Gastmutter besucht und ich war beeindruckt, wie einfach aber schön und hell Friedhöfe hier sind. Der Friedhof ist an einem komplett mit Gras bewachsenen Berghang und Familien saßen bei den Verstorbenen, haben in der Sonne gelegen oder gepicknickt. Bei den Kindergräbern standen sogar Weihnachtsbäume und  Windspiele hingen in den Bäumen und spielten Melodien. Das alles hat einen viel fröhlicheren Eindruck erweckt als Friedhöfe in Deutschland.
Danach sind wir in das Einkaufszentrum gefahren und haben uns am Boxing Day durch die Menge geboxt, die auf Schnäppchenjagd ihr Weihnachtsgeld verprasst hat. Den Nachmittag und Abend haben wir in Plimmerton am Strand verbracht und ein Strandpicknick als Dinner gehabt. Damit waren die Weihnachtstage auch schon vorüber.

Am 28.12. hatten wir schon den nächsten Familientrip mit der Großfamilie meiner Gastmutter nach Wellington zur Days Bay. Wir haben wieder gepicknickt, Tennis gespielt und waren natürlich auch schwimmen.
Silvester habe ich mit meinen Freunden gefeiert. Abends habe ich einen Freund vom Bahnhof abgeholt. Nach einer kurzen Modeberatung sind wir zusammen zur Party eines anderen Freundes gegangen.

Während mein älterer Gastbruder James mit seinen Kumpels auf der Rückreise seines Roadtrips von Auckland war, hat sich der Rest von uns eine schöne Woche mit Minigolfen, Grillabenden, Kino und Kart fahren gemacht. 

ExploringAm 9.1. bin ich mit zwei Freundinnen mit dem Zug nach Waikanae gefahren. Dort kann man generell nicht so viel machen, aber das Wetter war super gut, so dass wir den ganzen Tag im Meer schwimmen und Frisbee spielen konnten. Wir sind auch „exploring“ gewesen, wozu ich sagen muss, das habe ich das letzte Mal mit 10 oder 11 Jahren gemacht. Es hat Spaß gemacht, mal wieder über Zäune mit „Betreten verboten“-Schildern zu klettern und in verlassene Hütten einzusteigen.
Jetzt bin ich gerade von Waikanae zurück und packe meine Tasche aus, um sie gleich wieder zu packen, denn es geht noch mal mit meiner Gastfamilie für eine Woche in den Urlaub!

Hannah - 5.12.: Hannah freut sich auf den Sommer und die Ferien

Kia ora – Hallo (in Maori ), für mich heißt es eigentlich schon wieder faulenzen und Ferien genießen. Im Gegensatz zu meinen letzten Ferien, wo es noch recht kühl war und ich in Wellington geblieben bin und meine Ferien größtenteils mit meinen Freunden verbracht habe, geht es diese Ferien auf Reisen :)
Während der letzten zwei Wochen hatte ich ein Programm mit allen anderen internationalen Schülern, bei dem wir rund um Wellington was unternommen haben. Die meiste Zeit hatten wir geniales Wetter, zwar immer ein bisschen windig aber trotzdem sonnig und warm. Ich glaube auch, es ist unmöglich einen windstillen Tag zu haben in Wellington, denn das ist die Stadt des Windes:D
Am ersten Tag waren wir auf einem Mini-Golfplatz, der komplett aus Schrott und Felsen gebaut war. Es war recht beeindruckend, wie man aus Schrott doch schöne Kunstwerke bauen kann und es hat Spaß gemacht darauf zu golfen, man wurde manchmal echt überrascht, wo der Ball herausgerollt kam, wenn man ihn in ein Loch gespielt hatte.

Wir waren auch in einem Hochseilgarten. An dem Tag hatten wir unser Programm mit Schülern von anderen Schulen zusammen und hatten nach dem Klettern ein Barbecue am Strand, zu dem wir hinten auf der Ladefläche von Trucks durch die Hügel hin gefahren sind und die unglaublich schöne Landschaft gesehen haben.
An einem anderen Tag war nicht so gutes Wetter, wo wir in einen Vogelpark gegangen sind, die heimischen Vögel angeguckt haben und einen kleinen Bushwalk gemacht haben.
Außerdem hatten wir noch einen Strandtag, an dem wir die schönsten Strände im Umkreis von Wellington ausfindig gemacht haben.
Aber auch in der zweiten Woche hatten wir ein paar coole Sachen auf dem Plan. Angefangen hat die neue Woche allerdings mit doofem Wetter und einem Besuch im Te Papa National Museum of New Zealand und im Museum of Wellington.
Am Dienstag sind wir den ganzen Tag gewandert von der Innenstadt Wellingtons bis nach Lyall Bay. Der Weg ging ca. 18 km über drei Hügel, die nicht immer einen Pfad hatten, auf dem wir laufen konnten. Am nächsten Tag gab das dann auch einen schönen Muskelkater, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn wir hatten einen fantastischen Blick über Wellington und den Ozean und das Wasser hat hier ein karibisches Hellblau.
Das Highlight der Woche war ein Tag am Hafen von Wellington. Morgens ging es in Kajaks raus auf das Meer, was richtig viel Spaß gemacht hat. Nach dem Lunch ging es dann auf‘s große Boot – oder zumindest auf‘s Größere ;) Wir sind raus gesegelt an der Küste entlang wieder bis nach Lyall Bay und haben ein paar süße Pinguine im Wasser gesehen und vor dem Flughafen konnten wir dann die Flugzeuge über uns wegfliegen und ankommen sehen. Leider war es ausnahmsweise mal nicht so windig und wir konnten nicht sehr schnell segeln.
Am Freitag haben wir in der Schule „Pavlova“ gebacken, ein neuseeländischer Kuchen, der hauptsächlich aus Eiweiß und Zucker besteht und zum Beispiel mit Sahne und Kiwi und Erdbeeren bedeckt wird - sehr lecker ;)

Während der letzten Wochen habe ich mehr mit meinen internationalen Freunden unternommen, was daran liegt, dass meine Kiwi-Freunde momentan im Prüfungsstress sind, den ich zum Glück dieses Jahr noch nicht habe. Aber in den Oktoberferien und auch in den zwei Schulwochen danach, gab es natürlich immer was zu unternehmen und größtenteils auch mit meinen neuseeländischen Freunden.
In den Oktoberferien war ich auf zwei Geburtstagsparts, die hier doch etwas anders aussehen als bei uns. Sie finden hier bis zum 18. Geburtstag generell nicht abends/ nachts statt und sehr beliebt sind auch Kostümpartys.
Außerdem durfte ich auch mal so ein paar neuseeländisch Sleepover Partys miterleben, die sich allerdings nicht groß von unseren unterscheiden, aber sehr lustig waren.
Am letzten Oktoberwochenende war in Upper Hutt ein Feuerwerk, zu dem ich mit meinen Freunden gegangen bin. Das hat in einem Park stattgefunden und war wie ein Jahrmarkt aufgemacht mit Scootern, Geisterbahnen, Riesenrad, Zuckerwatte und alles was dazu gehört :) Da es in Upper Hutt war, habe ich viele andere aus der Schule getroffen und die Zeit bis zum Feuerwerk haben wir uns damit vertrieben, herumzualbern und uns mit Hunderten von Leuten zu unterhalten, was ja generell nicht sehr ungewöhnlich ist, aber mich hat es doch auf einmal verwundert, wie viele Leute ich hier schon kenne. Das hat mich irgendwie gefreut.
Das Wochenende danach war ein großes Feuerwerk in Wellington im Hafen zur Feier des Guy Fawkes Day, zu dem wir auch gegangen sind und anschließend haben wir noch in Wellington abgehangen.

Schnell ging es dann auf den für mich letzten Schultag zu, auch war es der so ziemlich letzte Tag in Schuluniform, denn in Schuljahr 13 trägt man an meiner Schule keine Uniform mehr. Eigentlich fand ich die Schuluniform ganz praktisch und hässlich ist sie auch nicht. Mein College hat weiße Blusen einen grün-blauen Rock und ein blaues Jersey als Schuluniform für die Mädchen. Ich hätte auch einen Blazer tragen können, aber kein anderer hat ihn getragen, also hatte ich mich auch dagegen entschieden. Meinen Pullover werde ich allerdings behalten als Andenken an meine College Zeit in Schuluniform :) Das Praktische daran war, dass man sich nicht mehr jeden Morgen fragen musste, was man anziehen soll und so habe ich nur noch dreißig Minuten morgens gebraucht und konnte länger schlafen. Die Schule beginnt hier allerdings auch erst um 8.40 Uhr, also werde ich auch nächstes Jahr nicht allzu früh auf stehen müssen und trotzdem noch Zeit haben mich zu entscheiden was ich anziehen will :D
Die Schuluniform habe ich dann noch einmal zum „Pricegiving“  rausgeholt. Mein Gastbruder ist diesen Sommer mit Schuljahr 13 fertig, also war es für mich nicht nur freie Entscheidung sondern, auch quasi Pflicht hin zu gehen. Es war interessant zu sehen für was die Senior Schüler alles geehrt werden und wie gut manche Schüler sind. Auch die Jahr 12-Schüler wurden geehrt und dann musste ich feststellen, dass ich in der Clique mit den ganzen Smarties bin, was meine Gasteltern auch ganz toll fanden, denn sie meinten, dann werde ich auch gleich angespornt nächstes Jahr mitzuziehen um gut abzuschneiden. Ich habe mir allerdings auch selbst einige Ziele gesetzt für‘s nächste Jahr, nachdem ich gesehen habe, wie das hier alles so abläuft.

In Neuseeland fühle ich mich jetzt langsam zu Hause, bin froh hier zu sein und kann mir jetzt auch vorstellen noch ein ganzes Jahr hier zu leben.
Am Anfang war alles sehr anders und wenn was wirklich schlecht gelaufen ist, war ich ziemlich deprimiert oder manchmal habe ich ein wenig den deutschen Luxus vermisst, denn es ist doch ein anderer Lebensstandard hier. Aber wie sagt man so schön: „Man weiß erst was man hatte, wenn man's nicht mehr hat!“ Das was am Anfang wie unüberwindbare Bürden geschienen hat, hat sich jetzt zur Norm gewandelt. Außerdem hat es auch den Vorteil, dass ich den deutschen Lebensstandard mehr genießen kann als andere, wenn ich zurückkehre :)
Es ist schön zu merken, dass ich jetzt in der Familie angekommen bin, mit der ich lebe. Sie erzählen mir mehr und fühle mich nicht mehr so fremd. Meine Gastgeschwister sind jetzt fast wie richtige Geschwister. Man steht in der Küche und scherzt, erzählt sich gegenseitig was man seinen (Gast-)Eltern nicht erzählt und diskutiert zum Beispiel über die Wahlen in Neuseeland. Ich finde es sehr interessant während der Wahlen hier zu sein, denn so bekomme ich ein Stück mehr von der Politik mit, als ich sonst mitbekommen würde.

Naja, ich war jetzt eine Woche auf die Südinsel unterwegs. Mit drei Freunden bin ich nach Christchurch geflogen und wir haben eine organisierte Rundreise um die Insel gemacht. Adrenalin und Sonne tanken, viele neue Leute kennen lernen und Spaß haben versteht sich. ;)

Liebe Grüße
Eure Hannah

Hannah - 28.10.: Hannah in Neuseeland

Ich bin Hannah, 16 Jahre alt und jetzt schon seit drei Monaten in Neuseeland. Ich bin meinen Eltern riesig dankbar, dass sie mir den Aufenthalt hier ermöglicht haben, denn ich habe hier schon so viele neue Freunde gefunden, Sportarten angefangen, die ich in Deutschland nie ausprobiert hätte und jede Menge neue Erfahrungen gemacht. Insgesamt werde ich für 17 Monate in Neuseeland bleiben und den neuseeländischen Schulabschluss, das NCEA Level 3 hier machen.

In meiner ersten Woche in Neuseeland waren hier gerade noch Winterferien und wir hatten eine Woche Einführungskurs in Wellington. Mit vier anderen deutschen und einem italienischen Gastschüler, die auch mit Study Nelson hier sind, hatte ich vier Stunden Englischunterricht am Tag und nach unserer Lunchpause haben wir immer noch was in Wellington unternommen,  wie zum Beispiel ein Besuch im Te Papa National Museum, Klettern oder Sternegucken im Observatorium. 

Am Wochenende hat meine Gastfamilie mir schon mal meine neue Schule gezeigt. Ich habe zwei Gastbrüder, die wie ich das Upper Hutt College besuchen. So hatte ich dann auch gleich jemanden, der mir den Weg zum Schulbus zeigt.
In der Schule habe ich mich dann nochmal wie in der 5. Klasse gefühlt, wenn alles neu ist und man niemanden kennt. Allerdings kam es mir nach dem halben Tag so vor, dass die Hälfte der Schule meinen Namen kennt und ich wurde von allen Seiten gegrüßt und angestarrt. Allerdings hatte ich auch einen Buddy, der mir geholfen hat, mich in der Schule einzuleben und zurecht zu finden.
In der ersten Schulwoche hatte ich auch gleich Geburtstag. Für mich war es mal ganz was Neues im Winter Geburtstag zuhaben und an meinem Geburtstag zur Schule zu gehen, weil ich in Deutschland immer in den Sommerferien Geburtstag habe. Es war ein ganz anderer Geburtstag, aber die Lehrer, die für die internationalen Schüler zuständig sind, mein Buddy und meine neuen Freunde haben mich nett überrascht und mir ein Kuchen mit der deutschen Flagge drauf gebacken und ich habe eine Greenstone-Kette in Form eines „double twists“ bekommen. Das ist ein Symbol der Maori und bedeutet die Verbindung zweier Menschen oder Kulturen, die von da an miteinander verbunden sind. Auch von meiner Gastfamilie hatte ich am Morgen ein Geschenk bekommen und am Nachmittag eine große Schokoladentorte.


Durch das Kurssystem, bei dem man im College immer mit unterschiedlichen Schülern Unterricht hat, habe ich schnell Freunde gefunden und im ersten Monat stand dann auch schon gleich der Schulball an. Da ich hier die zwölfte Klasse besuche, konnte ich dran teilnehmen. Der Schulball hat viel Aufregung mit sich gebracht, die meisten hatten sich natürlich schon lange um ein Kleid gekümmert. Eine andere Austauschschülerin und ihr Buddy hatten allerdings auch noch kein Ballkleid und mit ihnen zusammen bin ich einen ganzen Tag unterwegs gewesen, bis wir alle ein passendes Kleid gefunden hatten. Der Ball war natürlich Gesprächsthema Nummer 1. Am Tag des Balls hatte eine Freundin von mir einen Preball bei sich zu Hause, wo wir uns alle zusammen fertig gemacht haben und schon mal kleine Snacks hatten. Der Ball fand im Stadium in der Hauptstadt Wellington statt und es hat mega viel Spaß gemacht. Wir hatten ein kleines Dinner dort und es gab die Möglichkeit, jede Menge professionelle Fotos von uns machen zu lassen und natürlich ganz viel zu tanzen. Danach ging es zurück zum Haus meiner Freundin, wo sie noch einen Afterball organisiert hatte, wo wir alle noch zusammen gesessen haben, ein paare Drinks hatten und gequatscht haben.

In der Schule habe ich sechs Fächer. Eines davon ist Outdoor Education. Mit diesem Kurs waren wir drei Tage auf einem Trip in Otaki Forks, um zu raften, wandern, campen, klettern und in den Hochseilgarten zu gehen. Während der drei Tage hat es zwar fast pausenlos geregnet, aber es hat trotzdem viel Spaß gemacht. Beim Raften ist man sowieso nass geworden und beim Wandern war es auch eine angenehme Kühlung, nur beim Klettern war es etwas nervig, weil alles rutschig war.  Auf dem Trip habe ich auch lauter neue Leute kennen gelernt und andere, die ich schon kannte, habe ich besser kennen gelernt. Außerdem hat es mir mit meinem Englisch geholfen, da ich wirklich drei Tage durchgehend Englisch sprechen musste und nicht in Versuchung kam, mit anderen Austauschschülern deutsch zu sprechen, da ich die einzige Deutsche war.

Danach ging es schon auf die Testarbeiten für die Abschlussarbeiten zu, die bei mir nicht allzu schlecht ausgefallen sind. Da ich in Deutschland im G8-System war und nach der 10. Klasse nach Neuseeland gekommen bin, ist das erste halbe Jahr hier mehr eine Wiederholung des Stoffes, was aber eine gute Sache ist, da ich mich so auf das Englischlernen und neues Vokabular konzentrieren kann.
Außerdem habe ich Zeit, an Sportclubs nach der Schule teilzunehmen. Ich habe hier an der Schule mit Fechten und Drachenbootfahren angefangen und nach den Oktoberferien werde ich auch wieder mit Judo anfangen, was ich schon in Deutschland gemacht habe. Trotz des vielen Sports habe ich einiges an Gewicht zugenommen, da die Essgewohnheiten doch sehr anders sind. Eine ordentliche Portion Fleisch ist hier eigentlich bei jedem Abendessen vorhanden, außerdem hat meine Gastfamilie jeden Tag „Afternoon Tea“ und nach dem Dinner auch noch mal „Tea“. Das bedeutet nicht, dass Tee getrunken wird, der wird hier generell nämlich nicht so oft getrunken, sondern eher Leitungswasser und Saft. Es bedeutet, dass jedes mal Eis, Chips und Dips oder Kuchen aufgetischt wird. Natürlich muss ich das nicht essen, aber wenn es auf dem Tisch steht und sich alle bedienen, dann ist es doch zu verlockend :D.
Nach den ersten zwei Monaten habe ich ein bisschen auf mein Ernährung geachtet und mittlerweile habe ich mich an die Essgewohnheiten hier gewöhnt.

Ganz liebe Grüße aus Down Under
Hannah

Interview mit Aissa, die ihr Abitur 2013 mit uns in Neuseeland gemacht hat
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