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Sarah

Sarah - High School Neuseeland Blog

17.06.2013: Stage Challenge, Auckland and one more month

Die Zeit fliegt, es ist absolut verrückt. Hier ein kurzer Bericht über das großartige Queens Birthday Wochenende (31.05-03.06.) – in Neuseeland haben sie nämlich nicht zu Pfingsten oder Maria Himmelfahrt oder an etwaigen anderen kirchlichen Feiertagen frei, sondern dann, wenn die Briten den Geburtstag ihrer heißgeliebten Queen feiern. God save the Queen, immerhin hatten wir zwei Tage schulfrei.
Zu erwähnen ist aber auch der Donnerstag vor diesem verlängerten Wochenende, an dem ein Riesen Event des neuseeländischen High School Lifes stattfand: Stage Challenge. Schulfeindschaften, Bitchfights und Fehden entstehen, wenn es zu dieser Competition kommt. Worum geht es? Kurz und bündig: Die beste achtminütige Tanzperformance auf die Bühne bringen, und die Jury mit Choreographie, Musik, Bühnenbild, Kostüm, Story und nicht zu vergessen: Enthusiasmus zu überzeugen. Ich war ja auch backstage an der Entstehung von Onslows diesjähriger Stage Challenge beteiligt, und am 30. Mai liefen endlich die letzten drei Monate Arbeit auf diesen einen Abend zusammen. Der Tag war ein durchaus amüsantes Durcheinander aus Proben, anfeuern, herumrennen, unzähligen Tänzern die Gesichter bemalen und Haare machen, selbst ein schwarzes Gesicht verpasst bekommen, weil ich unter einem riesigen Pappmaché-Hexenkopf auch für ungefähr drei Minuten auf der Bühne war und am Abend schlussendlich performen. OC DOMINATION war am Start! Der Erzrivale meiner Schule, Wellington Girls Highschool hat zwar den Sieg geholt, aber für uns war zumindest der dritte Platz drinnen, was auch nicht so schlecht war für den eigentlichen Underdog Onslow. Lustig war‘s auf jeden Fall.
Am nächsten Morgen ging‘s dann früh los Richtung Auckland. Fliegen in Neuseeland ist chillig, die kleineren Flughäfen, von denen nur Inlandsflüge starten, hat nicht mal Sicherheitskontrollen (kein Witz! In Nelson beispielsweise spazierst du da einfach so durch, wer braucht schon Security Checks und Scans und sowas?), Air New Zealand überlegt sich immer wieder irgendwas Amüsantes für ihre Sicherheitsvideos (z.B. The Hobbit – The Journey of Safety und jetzt ein übermotivierter Pfadfinder, der mit Fischen durch die neuseeländische Wildnis rennt und die Sicherheitsmaßnahmen demonstriert). Jedenfalls war ich mit meiner Wiener Reisekumpanin (aka Dungaree Bro) gegen neun am Auckland Airport und eine Stunde später in der Innenstadt.

Auckland

Erster Eindruck: Hmm, wohl doch ein bisschen größer als Wellington. Ob größer besser/stilvoller/mehr Flair bedeutet, bleibt fraglich.
In den vier Tagen haben wir jedenfalls trotz teilweiser Chaosorganisation und nicht wirklich zentraler Unterbringung so ziemlich alles was es an Touristen- Attraktionen gibt abgeklappert und ein paar ziemliche coole Spots entdeckt. Während der Harbour Cruise zur unbewohnten Rangitoto Island und beim Chillen an der Waterfront war ziemliches Urlaubsfeeling am Start. Am Skytower wurde der Bedarf an einem Stativ besonders deutlich bemerkbar, aber dank Erfindungskünsten fruchtete die abendliche Fotosession auch so, abseits der allseits bekannten Queens Street fanden wir ein paar ziemlich coole Alternative Shopping Möglichkeiten und eine kurze Wurfsession mit einem der Auckland U19 Dudes musste natürlich auch sein.

Auckland Waterside

Die Motivation für Schule am nächsten Tag war ziemlich niedrig als wir am Montagabend wieder im Flugzeug zurück nach good old Wellington saßen, aber was soll man machen.
Inzwischen sind‘s nicht einmal mehr vier Wochen, die ich noch hier verbringe, was eigentlich ziemlich unfassbar ist. Die Motivation für die Heimreise, den Sommer zuhause und euch alle natürlich steigt jedenfalls mit jedem Tag, obwohl der Gedanke, das alles hinter mir zu lassen auch ein bisschen scary ist.



21.05.2013 Brass Monkey (Monkey Monkey Monkey!)


Es ist immer ein bissi eine Herausforderung hier unten irgendwas zu organisieren, wahrscheinlich weil die Kiwis viel zu gechillt sind, und das ganze International Student Zeug (Papierkram und Erlaubniserklärungen von 1000 verschiedenen Leuten) viel zu kompliziert. Natürlich hat mich das nicht davon abgehalten diese (hoffentlich nicht) once in a life time Chance zu ergreifen und zum legendären Brass Monkey zu fahren. Mein Team für das Team-Entry Indoor Turnier war eine random zusammengewürfelte Truppe aus sieben Wellington und zwei Auckland Spielern (International Input: Austin aus Boston, Aleksey alias Russian Guy und ich), angeführt von einem überorganisierten aber gerade deswegen desorganisierten ein wenig birnigen Captain. Wegen misslicher Information über Fahrtzeit und die Ankunftszeit unserer Teamkumpanen waren wir am Freitag viel zu früh in Rotorua (der Ort mit dem kochenden Schlamm und der immerzu vorhandenen Schwefelnote in der Luft), langweilten uns nahezu zu Tode und fielen nach seriösen Kostümdiskussionen irgendwann vom Nichtstun erschöpft ins Bett. Am Samstagmorgen ging der Spaß dann endlich los. Die Hälfte unseres Teams schaffte es sich auf dem fünfminütigen Weg vom Backpackers zur Halle zu verirren, während die andere Hälfte damit beschäftigt war sich mit Bandagen einzuwickeln, Perücken zu befestigen und Arztkittel mit falschem Blut zu beschmieren. Beim Brass Monkey zieht man sich das Kostüm nämlich nicht auf der Party an, sondern spielt damit. Unser Thema war “Frankensteins Creature”, ich für meinen Teil boykottierte Skeletthandschuhe und Perücke allerdings nach dem ersten Punkt des ersten Spiels. Für alle die es noch nicht wissen: NZ Indoor Ultimate ist kein normales Indoor Ultimate. Kein Plan wer auf diese Idee gekommen ist, jedenfalls spielen sie hier 4vs4 auf ein Basketballfeld mit den Basketball-Endzones als Zonen. Meiner Meinung nach kann das ganze nicht wirklich Ultimate genannt werden, aber bitte, jedem das seine. So verbrachten wir den Samstag also damit gegen Polizisten, Piraten, Untote, Enten, und weitere schwer definierbare amüsant gekleidete Teams zu spielen. Zum Erfolg meines Teams sei so viel gesagt: Wir wurden nicht Letzter. Und immerhin hab ich‘s irgendwie noch geschafft den Female MVP-Award zu gewinnen, was mich auch sehr gefreut hat.

mvp

Der Samstagabend war großartig. Nach Siegerehrung und Pizza pilgerten alle zurück zum Backpackers und vor allem zum Hot Pool, den es dort gab. Wenn ich alle sage, meine ich alle, und dieser Hot Pool war nicht groß, aber der Ruf der legendären Brass Monkey Party hat sich auf jeden Fall bestätigt. Der Live Hat Draw hat meine Motivation nur gesteigert, nachdem ich zwei der Neal Geschwister (Aaron Neal!) sowie einen der U19 Spieler, den ich aus Taupo kannte, in meinem Team hatte.
Wie ich es am Sonntag um halb acht aus dem Bett geschafft habe, bleibt ein ungelöstes Rätsel. Um 9 war ich jedenfalls top motiviert am Feld, die Bedingungen hätten besser nicht sein können (ein bissi Regen aber nicht durchgehend, demnach butterweicher Rasen, und kein Wind) und der Tag bescherte uns größtenteils ziemlich hochklassiges 7vs7 Outdoor :DUltimate. Das Finale konnten wir leider aus welchem Grund auch immer nicht für uns entscheiden, was das Wochenende aber nicht weniger cool machte. Irgendwann auf der sechsstündigen Autofahrt zurück nach Wellington machten sich die drei Stunden Schlaf bemerkbar, und zuhause fiel ich tot ins Bett. Gott sei Dank musste ich am Montag ohnehin erst um 9:45 Uhr in der Schule auftauchen, was zwar die Depression darüber, dass so ein herrliches Wochenende vorbei ist, nicht kleiner macht, aber einen immerhin nicht als Zombie in der Schule erscheinen lässt.
Jetzt bin ich jedenfalls wieder zurück in Wellington, und das nur noch für ca 50 Tage, was angesichts der Tatsache, dass NZ Ultimate und die ganzen Leute, die ich hier kennen gelernt habe, so cool sind, ein bisschen traurig ist. Aber man kann ja wiederkommen, und nächstes Jahr auf den Worlds werden meine lieben Kiwis ohnehin alle am Start sein. Und es ist ja nicht so, dass ich Zuhause nicht auch ein bisschen (…) vermisse.

rainbow

dressup

PS. Ein Bericht über meine Südinseltour kommt wahrscheinlich bald. Vielleicht auch nicht. Lasst euch überraschen!

14.04. Taupo! NZ U19 Frisbee!

Letztes Wochenende fanden endlich die von mir sehnlich erwarteten neuseeländischen U19 Ultimate Championships in Taupo statt – 3 Open und 2 Mädels-Teams die um den Titel und jede Menge Juniors, die um einen Platz im neuseeländischen Nationalteam kämpfen. Bittererweise bin ich nicht mehr da, wenn ebendieses im Herbst, pardon im Frühling (September) nach Australien fliegt und Neuseelands Lieblingsrivalen versucht eins einzuschenken.
Das Wochenende war trotzdem weltklasse. Jede Menge herrliche Leute, und wenn es hier heißt, dass Junior Meisterschaften veranstaltet werden, ist das nicht irgendein schäbiges Event. Nein. Am Samstagabend standen unter anderem in einer natürlichen heißen Quelle chillen auf dem Programm und ein privates Chasing Sarasota Screening. Außerdem besitze ich nun ein sublimated Zone-NZU19-Shirt mit meinem Namen drauf, auch immer nützlich. Kann das nächste Trainingslager bitte bald kommen?
Und jetzt? Morgen setze ich auf die Südinsel über und cruise dort mal 10 Tage herum. Bin schon gespannt was es dort so zu sehen gibt. Aber sobald ich zurück bin, melde ich mich wieder mit (hoffentlich) Geschichten und Fotos.

Taupo

08.04. Tramping

Eines der überaus ernst zu nehmenden Fächer, die ich hier habe, ist ja Outdoor Education. Und damit es nicht umsonst Outdoor Education heißt, müssen wir auch ab und zu einen Abstecher in die Wildnis machen. Diesmal meine ich wirklich Wildnis, und zwar so richtig Hardcore, 3 Tage mit 10kg Rucksäcken abgeschnitten von jeglicher Zivilisation und nur durch Regenjacke, Zelt und Schlafsack vom rauen Wetter des neuseeländischen Buschs geschützt wandern gehen. 10 Stunden Fußmarsch. Hängebrücken über metertiefen Schluchten. Tracks die sich fast im Schlamm verlieren. Vielleicht übertreibe ich ein bisschen (solo un poquito), aber ein bisschen abenteuerlich war‘s schon, und meine anfängliche quasi nicht vorhandene Motivation hat sich bald gefunden. Die Dusche danach war übrigens auch ein Genuss.

01.04. Going North



Erstens einmal: Ostern wird hier so gut wie nicht gefeiert. Familien mit Kleinkindern veranstalten zwar Easter Egg Hunts, aber sonst geht es ziemlich spurlos an einem vorüber. Einzig der Lindt Osterhase/teddy den mir meine Gastmutter netterweise besorgt hat, verhinderte also den nahenden Kulturkonflikt (komm schon Neuseeland, hast du keine Bräuche?) mit meiner temporären Heimat.

Volcano

Jedenfalls hieß es für dieses Wochenende Zeug packen, und ab nach Norden. Also geschätzte 400km durch Weideland, Steppe, Berge, vorbei an Seen, Vulkanen usw.

Smoke

Ich muss sagen, so lang die Sonne nicht rauskommt, ist das Ganze zwar nett aber ein wenig karg, aber sobald sie sich dann für fünf Minuten zeigt, weiß man warum alle Welt hier her pilgert. Natürlich musste meine Kamera immer in diesen Momenten unauffindbar sein, was heißt, dass ihr euch das Ganze selbst einmal anschauen müsst. Hier dennoch ein paar Eindrücke…

Sarah


25.03.2013
NZ champions!

Letztes Wochenende fanden in Upper Hut (nahe Wellington) die neuseeländischen Ultimate Frisbee Meisterschaften statt. So viel zu Turnieren in NZ: du zahlst viel Geld, und bekommst relativ wenig, der Vibe ist aber derselbe und du bekommst eine Scheibe (meistens)!

frisbieJedenfalls war nur eines der anwesenden 5 Damenteams eine wirkliche Herausforderung, und wir haben sie sowohl am Samstag im Round Robin Spiel als auch am Sonntag im Finale relativ eindeutig geschlagen. Jawui Artemis! Das bedeutet ein Ticket für die Club Worlds für mein Team hier, es ist allerdings noch fraglich, ob sie fahren. Man wird sehen, ein paar von meinen Frisbee-Freunden hier werd ich auf jeden Fall wieder sehen, nachdem sich Wellingtons Mixed Club auch qualifiziert hat. Das Open Finale war übrigens eine absolute Kiste mit 20min Universe Point (schon fast USA-Verhältnisse was die Call-Rate anbelangt), meine Nerven waren komplett gesmasht danach. Auch weil Vic (Wellington Open) es leider nicht geschafft hat den letzten Punkt gegen Magen (Auckland) zu scoren. Zu schade. Aber ich habs sehr genossen nach gefühlten 1000 Wochenenden mit nur Training mal wieder eines auf einem Turnier zu verbringen.

gameDie Dürre in Wellington hält übrigens noch immer an. Wir hatten zwar irgendwann zwei Tage Regen (es gibt nichts Grauslicheres als Regen in Wellington. Er kommt nicht einfach vom Himmel, sondern bewegt sich wie eine Wand auf dich zu, wegen dem geliebten Wind. Herrlich. NICHT), aber es ist noch immer verboten, draußen Wasser zu verwenden, obwohl jeder weiß, dass wir was auch immer passiert, nicht austrocknen werden. Aber bitte. Außerdem wirds Winter (buuuuuh) aber Wharf Jumping musste trotzdem noch passieren:

jumpFür alle von euch, die noch nie in Wellington waren, es geht dabei darum, von diversen erhöhten Balken, Stiegen etc an der Waterfront in den Hafen zu springen, egal bei welchem Wetter, und dabei für die asiatischen schaulustigen Touristen ein gutes Fotomotiv abzugeben. Definitiv auf der To-Do-List, solltet ihr irgendwann mal herkommen.

 



28.02.2013 Ab in die Wildnis!

Nachdem es schon wieder eine Weile her ist, seit ich das letzte Mal etwas berichtet habe, ist es Zeit für ein Update. Letzte Woche hatte ich unfassbare fünf Tage Schule, was aber nicht heißt, dass ich unfassbar gestresst bin, weil Schule noch immer ziemlich gechillt ist hier. Highlight war das International Dinner am Donnerstag. Am Onslow College gibt es immerhin über 40 internationale Schüler aus aller Welt, und die wurden zu diesem Event aufgerufen ihre Kochkünste auszupacken und traditionelle heimische Gerichte aus ihren Ländern zu kredenzen. Nach einzelner Vorstellung jedes Schülers, die mit der Zeit immer langweiliger und kürzer wurden, wurde das Buffet eröffnet. Wahnsinnsgedrängel, jeder wollte sich genug Sushi, Frühlingsrollen, Rice Cubes (Asien-Invasion!) oder aber Rotkraut, Würstel oder besonders originell und typisch amerikanisch, Kentucky Fried Chicken checken. Österreich war in der Nachspeisensanktion mit Sachertorte, Apfelstrudel und dem guten alten Kaiserschmarrn vertreten, sonst gab es unter anderem noch brasilianische Brigadeiros (Karamell-Schokolade-Pralinen, mmmmh) und einen Milchzopf mit Nutella von unserm Schweizer.

Das Wochenende verlief relativ ereignislos, am Samstag ein Ausflug in die Provinz, die nie weit weg ist in Neuseeland, und am Sonntag Training und ein Ausflug an den Strand. Blöde Winde vom Südpol, das Wasser hat fast schon den Gefrierpunkt erreicht.

Am Montag gings dann los auf das lang ersehnte International Camp! Kurz vor halb neun haben unsere Lehrerinnen (eine dauergestresst, die andere darauf gedrillt uns wie Kleinkinder die kein Englisch können zu behandeln, aber beide ganz nett) es geschafft, die 40 internationalen Schüler deren Englischkenntnisse teilweise mehr schlecht als recht funktionieren, in den Zug nach Carterton zu verfrachten. Leider Metlink, kein Kiwi Trail, aber bitte. Nach einer Fahrt durch Wellingtons Suburbs, einen Tunnel, und danach Herr der Ringe ähnliche Landschaft kamen wir in Carterton an, wo uns schon ein klappriger Bus erwartete, der uns über holprige, staubige Straßen in die Wildnis verfrachtete. In die wirkliche Wildnis. Als wir schließlich auf einer Lichtung im regenwaldähnlichen Busch ankamen waren um uns nur Vögel, Bäume und Natur. Es ging gleich los mit unserem ersten Programmpunkt: Rafting. Also raus aus der Kleidung, rein in Bikini, Wetsuit, Schwimmweste und Helm, mit Paddel bewaffnen und los geht‘s. Die Szenerie konnte schöner nicht sein, das Wasser ein bisschen höher (unmöglich klarer und türkisblauer), aber insgesamt hatten wir Spaß inklusive von Felsen springen, im Fluss baden und Battles im sich gegenseitig ins kalte Flusswasser schmeißen bzw sich damit bespritzen. Danach stand noch Abseilen am Programm, 30m Klippe in die Schlucht mit dem Paradiesfluss jawui! Nicht runterschauen war glaub ich eine gute Idee, zumindest in den ersten paar Metern.

Viel zu schnell war es Nachmittag und wir mussten wieder in die Zivilisation, sprich ins nächste Kaff wo wir in einem Marae übernachteten. Was ist das? Ein typisches Maori-Zusammenkunfts-”Haus”, inklusive Schnitzereien und Fotos von den Verstorbenen der letzten 80 Jahre an den Wänden des Raumes, in dem wir geschlafen haben. Nach einem Willkommen von den Marae-Besitzern/Oberhäuptern, also Gesang (von beiden Seiten!), einer Rede auf Maori und Hongi (der typischen Maori Begrüßung, bei der man die Nase seines Gegenübers mit der eigenen Nase berührt und einen Atemzug teilt) waren wir nach Maori-Tradition Miteigentümer des Marae, bauten demnach unser Schlaflager auf und genossen (…) Pizza Hut. Der Tag war nämlich noch nicht vorbei.
Die Abendplanung war nicht weniger adrenalinreich, eine Challenge zwang uns auf einen 10m Pfahl zu klettern und im freien Fall wieder auf den Boden zurückzukommen (ok, freier Fall ist übertrieben. Die Klettergurte und Seile verhinderten genau das), und einige Hochseil- und Teambuildingaktivitäten zu absolvieren.

Unser Team, geleitet vom Direktor des Onslow der einfach so dabei war, gewann die Chocolates. Zurück im Marae gab es noch Kakao (herrlicher neuseeländischer Kakao mit Wasser), Biscuits, Stargazing im Schlafsack, äußerst amüsante überbelichtete Fotos und fast schon Turnierfeeling in der Schlafhalle.

Am nächsten Morgen um 6:30 Uhr gefühlt viel früher, begannen irgendwelche japanischen Schülerinnen schon zu quatschen und bereiteten dem wohligen Schlaf ein Ende. Also gut. Frühstück, aufräumen, Lunch machen, Aufbruch.

Ein weiterer Bustrip durch die Wildnis, diesmal zum Castle Point. Das nächste Paradies! Ein Leuchtturm, ein einsamer Sandstrand der durch zwei Reiter zum perfekten Fotomotiv gemacht wird, türkisblaues Meer mit Surfwellen (!!!), ein paar Häuser, Dünen, dahinter Hügel. Äußerst charmante Einsamkeit… Natürlich haben wir uns auch dort nicht nur gesonnt, Gott sei dank nicht, nach kurzer Einschulung werden die Surfbretter auf einen Van geladen und es geht aufs Wasser! Surfen bescherte mir wieder einige Momente (fast) absoluter Glücklichkeit, der Beschluss, dass ich, wenn ich ein Frisbeekrüppel bin, an einen Strand ziehe und das stattdessen mache, steht schon fest.

Viel zu schnell ist alles vorbei, wir wieder im Bus, und der nächste Traumort wird zurückgelassen… Nach einer Stunde im Bus und eineinhalb Stunden im Zug sind wir wieder in Wellington. Stadt und Schule, wen zaht das schon? Aber was solls, ich kann mich nicht beklagen, immerhin ist Sommer und zu sagen, dass Schule wirklich wahnsinnig anstrengend ist, wäre auch eine Lüge. So, enjoy life!

18.02.2013 Sommer, Sonnenschein … Surfen!

Während die nördliche Erdhalbkugel im Schnee versinkt, ok, vielleicht ist das übertrieben, aber zumindest während es in Graz und dem Rest von Österreich noch ziemlich winterlich zu sein scheint, hält der Sommer hier an. Hab ich schon erwähnt, dass ich Neuseelands Jahrhundertsommer miterleben darf?
Wie dem auch sei. Wellington isst also weiter Tip Top Eiscreme in Geschmacksrichtungen wie “Jelly Tip” (knallpink gestreiftes Straciatella-Eis mit Gummibären-Geschmack) und “Hokey Pokey” (der Kiwi-Klassiker: Vanilleeis mit Karamellstücken), lässt sich von der Sonne verbrennen, faulenzt und läuft um die Buchten (Tausende motivierte Kiwis nahmen heute am 7km langen “Round the Bays”-Charity-Marathon teil, der einen zu den Buchten rund um Wellington führt. Ich leider nicht, ist ziemlich schnell ausgebucht, der Spaß).
Die letzte Schulwoche hielt einige amüsante Erlebnisse für mich bereit, unter anderem Bekanntschaften mit Fitness-Freaks aus Brasilien, einem nicht stattfindenden ersten Touch-Spiel, einem aufdringlichen Russen, random Backkreationen, einem Flip Flop und Butter fressenden Hund, ein erstes Schul-Frisbee-Training und äußerst fragwürdigen Gerüchten.
Am Samstag war es also Zeit für etwas Neues. Die im Moment von meiner Familie besuchte Schipiste geht mir so sehr ab, dass ich, obwohl ich nicht einmal snowboarde, das sommer- und meertaugliche Äquivalent dazu ausprobiert habe: Surfen. Neuseeland ist nichts für tropenverwöhnte Surf-Weicheier, das Wasser ist kalt, der Seetang überall und der Wind schneidend. Man zwängt sich also in einen Neoprenanzug und nach ein wenig Trockentraining und Theorie geht es los. Also gut… “paddle hard…!” und wie ging das noch mal schnell mit dem Aufstehen? Die Welle kommt von hinten, und irgendwie steh ich dann auf einmal auf dem Brett und surfe. Ja! Ich surfe!

surfUnd ich glaube, ich hab noch einen Sport entdeckt, in den ich mich verlieben könnte. Also falls ich irgendwann mal zu verkrüppelt bin um Frisbee zu spielen, werde ich definitiv auf Surfen umsteigen. Bis dahin werde ich weiterhin einmal die Woche am Lyall Bay üben, damit ich dann mehr als ein paar Wellen surfen kann…
Der Lyall Bay ist übrigens einer meiner Lieblingsorte der Stadt, und in Wirklichkeit nicht so schlimm sondern sogar ziemlich schön. Hallo Urlaubsfeeling :DAlso dann, heute hieß es back to school, ich hoffe ihr genießt alle eure Semesterferien, am Berg im Schnee oder sonst wo und bis bald!


11.02.2013 Schule, Routine, und andere Neuigkeiten

Sorry, dass ich mich jetzt schon länger nicht mehr gemeldet hab, aber leider gibt‘s nicht wahnsinnig viel Neues hier! Also schon ein bisschen, vielleicht war ich auch nur zu unmotiviert einen neuen Blogeintrag zu schreiben. Wie dem auch sei.
Ich bin jetzt seit fast einer Woche in der Schule, das heißt ich hatte drei normale Schultage bis jetzt, weil letzten Mittwoch Nationalfeiertag war und ich am Freitag auf einer Exkursion in der City Art Gallery war.
Im Moment ist die Schule noch für nichts, kommt mir zumindest so vor, aber ich glaub, das muss alles mal gescheit anfangen… Die Schule läuft hier folgendermaßen ab: Um 8:45 Uhr beginnt man die erste von fünf Stunden, die jeweils genau 60 Minuten dauern. Nach der ersten Stunde hat man Form Time, das heißt man kommt mit seiner Form Class zusammen (man hat sonst alle Fächer mit unterschiedlichen Leuten), um die mehr oder weniger wichtigen Daily Notices und die Anwesenheit zu checken.
Nach dem zweiten Spell, so werden die Stunden hier genannt, gibt‘s einen Intervall von 20 Minuten, also eine Pause, nach dem dritten Spell Lunch Time, die dauert 50 Minuten und um 3:10 Uhr am Nachmittag ist man dann fertig mit der Schule.
Dann fahr ich normalerweise nach Hause, das wird sich aber ändern, sobald die Schulsportarten auch anfangen. Ich mache Touch Rugby und Ultimate. Meine Nachmittage verbringe ich meistens Frisbee spielend, also drei mal die Woche habe ich Leaguespiele mit unterschiedlichen Mixed-Teams und zwei mal die Woche Damentraining. Also langweilig wird mir nicht.

Freunde finden ist schwerer als gedacht, weil man zwar mit allen ein bisschen smalltalkt aber im Endeffekt zu wenigen Leuten mehr Anschluss findet, aber ich nehme an, auch das braucht seine Zeit und ich hoffe, dass man bei den Schulsportarten auch eher Leute mit den gleichen Interessen kennen lernt. Man wird sehen…

4.02.2013 Wairarapa or the middle of nowhere

sealAm Samstag war ich mit meiner Gastfamilie in Wairarapa, der Region nördlich von Wellington. Es beeindruckt mich immer wieder, wie viel Gegend mit wie wenigen Menschen es geben kann. Was gibt‘s also dort zu sehen? Schafe, Felder, Kühe, Hügel (again), den südlichsten Zipfel der Nordinsel, einige kleine Dörfer und kilometerlange Küste mit Seehunden.
Wenn du dort geradeaus aufs Meer hinausfährst kommst du zum Südpol. Es ist einsam, und wild, aber irgendwie faszinierend – man sollte mal dort gewesen sein.

capePS. Heute ist Montag und Wellington zeigt sein (vermutlich) wahres Gesicht: Wind, Regen, und noch mehr Regen. Morgen beginnt die Schule offiziell, übermorgen ist Nationalfeiertag und es geht mir gut.

4.02.2013 7s were in town!

Einmal im Jahr verwandelt sich Wellington für zwei Tage in eine große, verrückte Party. Und zwar nicht nur nachts. Und nicht nur in Clubs, Pubs und Bars. Die Straßen, die Promenade, die Restaurants, und vor allem das Stadion sind eine große Party. Warum? Weil die 7s stattfinden.
Das ist eine spezielle Art von Rugby, in der sieben gegen sieben in zwei Halbzeiten zu je sieben Minuten gespielt wird.
Am Donnerstag waren schon die Spieler der ganzen Nationen in der Stadt und sind bei der Parade verkleidet, mit Orchestern, Tänzern und Fans bei einer Parade durch die Stadt marschiert, und am Freitag und Samstag waren die Spiele, für die sich in Wirklichkeit niemand besonders interessiert. Trotzdem sind alle im Stadion, mit Bier in der Hand, und Hauptsache verkleidet, möglichst verrückt verkleidet. Ich war zwar leider nicht im Stadion, aber in der Stadt, um mir die Kostüme anzusehen und ich hab mir einige Spiele im Fernsehen angeschaut.

costumeSchlussendlich wurde Neuseeland im Halbfinale von Kenia geschlagen, was die Neuseeländer im Stadion vermutlich wegen des Alkoholkonsums nicht wahnsinnig gestört hat. Die, die zu Hause geblieben sind und sich das ganze vorm Fernseher gegeben haben, waren schon ein bisschen enttäuscht. England hat dann schließlich gewonnen.

26.01.2013 The Century Game

Wahrscheinlich fragen sich viele von euch, was mit Frisbee los ist und wie ich es so lang ohne rundem fliegendem Plastik aushalte. Natürlich halt ich es nicht aus, und deswegen hab ich gestern an einem der Events von Wellingtons Frisbeeszene teilgenommen: The Century Game – ein Hat-Turnier (man meldet sich als Einzelspieler an und die Teams werden gelost) mit nur zwei Teams, Good & Evil, die über den ganzen Tag ein Spiel auf 100 Punkte spielen.
Das Wetter war großartig, die Stimmung tip top und die Musik gleich wie hier eine Mischung aus Popshit, Oldies und ein paar guten Sachen.
Ich hab schon einige nette Leute kennen gelernt und heute starte ich mit dem Training.
Im großen und ganzen war‘s verrückt: Man spielt einfach ewig, der Score wird immer höher, und zu erwähnen sind auch noch die Hollywood Points, in denen man irgendwas Komisches machen muss, wie zum Beispiel rückwärts laufen, mit der Hand am Kopf spielen, entweder Flugzeug (mit ausgestreckten Armen) oder Dinosaurier-Style (mit angewinkelten Armen) spielen, und bei 69, nur mit Unterwäsche spielen. Diese Neuseeländer…

26.01.2013 Kapiti Coast & Oriental Bay

Jetzt ist also wirklich der Sommer eingekehrt in Wellington. Und im Sommer kann Wellington echt was. Am Freitag sind wir die Kapiti Coast raufgefahren und ein bisschen am Strand entlang gewandert, haben Eis gegessen und ich war auch schwimmen. Mit dem Wind ist es zwar nie drückend heiß, aber doch recht warm. Und: unterschätzt niemals die neuseeländische Sonne. Ich bin schon verbrannt… Ein bisschen zumindest.
Am Abend hab ich dann noch etwas typisch Neuseeländisches kennen gelernt: Wir sind in die Stadt gefahren und haben am Oriental Bay Fish&Chips gegessen. Ein bissi zu Fast Food und fettig für meinen Geschmack, aber probieren muss man es ja…

23.01.2013 Wellington!

Endlich da! Nach 40 Stunden Reise sind wir gestern Abend gut hier in Wellington angekommen, bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel, und (guess what) Wind. Ich wohne ca 15 Minuten vom Zentrum in Churton Park/Johnsonville, in den grünen Hügeln der Suburbs…
Mit meiner Gastfamilie versteh ich mich voll gut, ebenso mit ihrem unfassbar süßen Hund und der Katze, die nachts herumheult, wie ich schon herausgefunden habe. Ist voll nett hier, Fotos folgen bald. Heute hatten wir den ersten Tag unseres Vorbereitungskurses und haben ein bisschen gequatscht und waren dann in der Stadt unterwegs.

Interview mit Aissa, die ihr Abitur 2013 mit uns in Neuseeland gemacht hat
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