Das Schulsystem in Neuseeland

High School Neuseeland: Ein Überblick

Die Schulzeit in Neuseeland beginnt im Alter von 5 Jahren und dauert 13 Jahre. Das Schulsystem besteht aus zwei Hauptstufen: der „Primary Education“ (Jahrgang 1-8) und der „Secondary Education“ (Jahrgang 9-13). Ab der 11. Jahrgangsstufe gibt es ein Kurssystem auf verschiedenen Levels, aus dem Schüler weitestgehend frei wählen können. Der neuseeländische Schulabschluss NCEA Level 3 (National Certificate of Educational Achievement) ist dem Abitur bzw. der Matura vergleichbar und wird u.a. in Deutschland, Österreich und der Schweiz als Hochschulzugang anerkannt.

Neuseeländische Schulen sind Ganztagsschulen und der Unterricht findet in der Regel zwischen 9 und 15 Uhr statt. Das Schuljahr beginnt bei uns im Januar und ist in 4 Quartale (Terms) eingeteilt:

Term 1: Ende Januar bis Mitte April
Term 2: Ende April bis Anfang Juli
Term 3: Ende Juli bis Ende September
Term 4: Mitte Oktober bis Anfang Dezember

Zwischen den einzelnen Terms gibt es jeweils zwei Wochen Ferien und die großen Sommerferien finden von Mitte Dezember bis Ende Januar statt.

Zu Ende von Term 4 findet in den Senior Jahrgängen 11-13 weniger regulärer Unterricht statt, da Examen geschrieben werden. Internationale Gastschüler können hieran optional teilnehmen oder die Schulen bieten in diesem Zeitraum ein spezielles Aktionsprogramm für sie an.

Einstufung für Gastschüler

Als internationaler Gastschüler wirst du in der Regel 1-2 Jahre über deiner Klassenstufe zu Hause eingestuft, da man in Neuseeland bereits früher eingeschult wird und es so vom Alter und den Lehrinhalten her am besten passt. Die genaue Einstufung hängt von deinen Englischkenntnissen und Schulnoten ab. Durch die Einteilung in verschiedene Levels können Fächer auch jahrgangsübergreifend belegt werden – je nach persönlicher Stärke. Deshalb ist es auch gar nicht so entscheidend, dass du gute Schulnoten von zu Hause mitbringst, denn das neuseeländische Schulsystem ist hier sehr flexibel. Die finale Einstufung findet aber immer erst vor Ort an den Schulen statt.

Schultypen

In Neuseeland hat man die Wahl zwischen gemischten und reinen Jungen- bzw. Mädchenschulen. Manche von ihnen haben auch einen angeschlossenen Internatsbetrieb. Die Klassenstärken liegen in der Regel zwischen 15 und 28 Schülern. Alle Schulformen haben ihren Reiz: Bei Jungen- oder Mädchenschulen ist der Unterricht häufig auf die speziellen Bedürfnisse des jeweiligen Geschlechts abgestimmt und man lernt so manchmal entspannter. Dennoch hat man manche Fächer gemeinsam mit einer Partnerschule für das andere Geschlecht.

Info
Ca. 85% aller neuseeländischen Schüler besuchen staatliche Schulen (State Schools). Weitere 11% gehen auf „State-integrated Schools“. Diese werden vom Staat bezahlt, stehen aber z.B. unter kirchlicher Leitung oder bieten alternative Lehrmethoden wie Waldorf- oder Montessoripädagogik. Nur ca. 4% aller Schüler besuchen reine „Private Schools“. Auch wichtig zu wissen: Neuseeländische Schulen sind in aller Regel Inklusionsschulen.

Fächerangebot und -wahl

Neben den gängigen akademischen Lehrfächern umfasst das Angebot zahlreiche praktische, sportliche, künstlerisch-kreative und berufsvorbereitende Fächer. Je nach Schule reicht das Spektrum von Barista-Kurs über Textiltechnik und Touristik bis Luftfahrtingenieurwesen. Oder von Gartenbau, Weinbaukunde und Möbeltischlerei über Tanz, Modedesign, Design und Grafik und Fotografie und vielem mehr. In der Regel kann man 6-7 Fächer nach Wahl belegen (wobei Englisch und Mathematik meistens verpflichtend sind).

WICHTIG

Nicht alle Fächer werden an jeder Schule angeboten und sind manchmal abhängig von der Nachfrage oder der Jahreszeit. Eine genaue Übersicht zum Fächerangebot findest du bei der jeweiligen Schule. In jedem Falle gilt: Wenn du dir eine Schule wegen eines ganz bestimmten Angebotes aussuchst, gib uns bitte Bescheid, damit wir das im Vorfeld klären können!

Outdoor Education
Du bist sportlich, fit und naturverbunden? Dann ist Outdoor Education vielleicht das Richtige für dich. Das Fach wird an vielen Schulen angeboten. Je nach Schule werden verschiedene Kursarten angeboten, mal stärker theoretisch angelegt, mal mit höherem Anteil an Ausflügen in die Umgebung. In jedem Falle gibt es aber eine gründliche theoretische Vorbereitung und erst dann folgt die Praxis in der Natur, z.B. beim Mountainbiking, Kajaken, Klettern oder Trampen. Bei ‚Outdoor Ed‘ kommt es nicht nur auf physische Fitness an, sondern auch auf soziale Kompetenzen und die Bereitschaft, Verantwortung im Team zu übernehmen! Die Schulen sorgen hier für hohe Sicherheitsstandards und eine Aufnahme in das Fach hängt mit von deiner Fitness und deinen Englischkenntnissen ab. Ein erster Eindruck gewünscht? Dann schau doch einmal hier
Uniform

An neuseeländischen Schulen wird überwiegend Uniform getragen. Manchmal besteht in den obersten Stufen keine Uniformpflicht mehr und einige wenige Schulen verzichten ganz darauf. Für Austauschschüler ist die Schuluniform anfangs vielleicht gewöhnungsbedürftig. Doch es gibt viele positive Gründe – das Gefühl, gleich dazuzugehören, der Gemeinschaftsgeist oder nicht mehr darüber nachdenken zu müssen, was man morgens anzieht!

House-System
Eine weitere coole Sache sind die sogenannten Houses, die es an vielen neuseeländischen Schulen gibt. Bei Eintritt in die Schule wird man automatisch einem bestimmten House zugeordnet. Meistens gibt es vier bis sechs verschiedene und das ganze Jahr über finden Aktionstage oder Events statt. Bei denen tritt man „nur für die Ehre“‘ gegeneinander an, aber auch, um z.B. Gelder für ein soziales Projekt zu sammeln, oder einfach, um im Team Spaß zu haben und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.
Außerschulische Angebote

An vielen Schulen kann man am Nachmittag oder Abend freiwillige (z.T. mit zusätzlichen Kosten verbundene) Angebote wahrnehmen, z.B. Geigen-, Gitarren- oder Klavierunterricht, Schwimmen, Volleyball, Tanzen und vieles mehr. Manchmal werden diese Angebote auch gemeinsamen mit Clubs oder Vereinen in der Nähe organisiert. Wenn du hier ganz spezielle Interessen hast, sprich uns an! Durch unseren Sitz vor Ort können wir vorab gerne abklären, welche Möglichkeiten es für dich gibt.